Wie ernähre ich mein Kaninchen artgerecht?

Eine artgerechte Fütterung von Kaninchen ist oftmals gar nicht so einfach wie man denkt. Im Gegensatz zu den verbreiteten Informationen ist die richtige Fütterung sehr aufwendig.

Damit der Magen-Darm-Trakt der Tiere genügend Nährstoffe zum Leben herstellen kann, brauchen Kaninchen rohfaserhaltige aber nährstoffarme Pflanzen als Nahrung. Das rohfaserreiche Futter ist nicht nur gut für die Verdauung, sondern auch sehr wichtig für den Abrieb der Zähne, da diese Tiere ihr Leben lang nachwachsende Schneide- und Backenzähne besitzen.

Anders als bei anderen Tieren ist der Magen der Kaninchen sehr dünnwandig und kaum mit Muskulatur ausgestattet. Er ist somit nicht in der Lage den Nahrungsbrei selbst in den Darm zu befördern. Damit die Nahrung vom Magen in den Darm transportiert wird, muss immer neues Futter nachgeschoben werden. Um das zu gewährleisten, nimmt das Kaninchen über den Tag verteilt viele kleine Futterportionen auf. Achten Sie deshalb bitte ständig darauf, dass Ihr Kaninchen immer Futter zur Verfügung hat und niemals nüchtern ist!

Um das Kaninchen artgerecht zu ernähren, sollten immer Heu (sehr rohfaserhaltig) und frisches Wasser zur Verfügung stehen.

Ab und zu kann man ihm auch Fenchel- oder Kamillentee anbieten.

Frischfutter kann dem Tier 1-2mal täglich angeboten werden. Dabei sollte man darauf achten, dass jeweils 100g Frischfutter pro kg Körpergewicht gegeben wird. Unter Frischfutter zählt vor allem strukturiertes Grünfutter wie Gräser, Kräuter und Löwenzahn. Nicht gefüttert werden darf dagegen Steinklee und Rotklee. Des Weiteren kann auch etwas Gemüse (Möhren, Sellerie, Fenchel, Rote Beete) und Obst (Banane, Apfel) verfüttert werden. Wichtig ist aber, dass man Obst nur in kleinen Mengen gibt, da es für das Kaninchen zu viel Fruchtzucker und zu wenig Rohfaser enthält und somit zu Durchfall führen kann.

Nagematerial sollte dem Tier mindestens 1–2mal wöchentlich geboten werden. Dafür kann man hauptsächlich Äste von ungespritzten Obstbäumen, Weide, Birke und Haselnuss verwenden. Welche Pflanzen ebenfalls sehr viel Rohfaser enthalten, sind getrocknete Kräuter- und Blütenmischungen. Wichtig ist aber, dass die Trockenkräuter nicht in großen Mengen verfüttert werden, da sie viel Kalzium enthalten und somit zu Blasen- und Nierensteinen führen können.


Viele Kaninchenbesitzer denken, dass die Trockenfuttermischungen mit Getreideanteilen aus dem Zoohandel für die Fütterung geeignet sind. Doch das ist ein Trugschluss. Das Getreide im Trockenfutter enthält Kohlenhydrate, welche die Kaninchen nicht verdauen können. Die Kohlhydrate ändern das Darmmilieu, die Darmflora wird instabil und die Kaninchen leiden folglich an Verdauungsstörungen. Deshalb meiden Sie Ihrem Kaninchen zuliebe bitte Trockenfuttermischungen mit Getreideanteilen! Das gleiche gilt auch für Getreideprodukte wie Getreidekörner, Knabberstangen, sowie „Leckerlis“ aus dem Zoofachhandel.


Wenn Sie auf eine artgerecht Fütterung achten, werden Sie lange Zeit viel Freude mit Ihrem Kaninchen haben.

Bei weiteren Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.